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zu einer Neuwelt
Es
ist einfacher, sich an die
Momente der Freude oder erfolgreiche Ereignisse zu erinnern als an
unangenehme
Geschichten und schmerzhafte Zeiten. Daher ist es mutig, wenn jemand
über
negative Seiten des Lebens oder der Geschichte schreibt und sie visuell
darstellt.
Ab
September 2007
organisierte die galerie son im Anschluss an ihre Veranstaltung
„schlitzaugen“,
die im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen 2007 Berlin stattfand, zusammen
mit der
Gedenkstätte Berliner Mauer auf eine Anfrage von Herrn Thomas
Klein hin, dem
dortigen Ansprechpartner für die Presse, eine Internationale
Kunstaktion in der
Bernauer Straße mit Künstlern aus Deutschland,
Russland, China und Korea. Zum
Glück hatte ich dabei eine Chance, den Künstler
Professor Johannes Heisig zu
treffen und ihn zu fragen, ob er an diesem Projekt zum Thema Mauer und
Teilung
mitarbeiten wolle. Von diesem Moment an begannen die Gedanken
„Mauer-Trennung“
und „schlitzaugen“ zu verschmelzen. Heisig
zögerte zunächst, doch nach einem
kleinen Schweigen war er bereit, sich diesem Thema zu widmen. Aus
seiner
konzentrierten Arbeit und sehr persönlichen Auseinandersetzung
ist schließlich
eine eigene Ausstellung erwachsen, die heute unter dem programmatischen
Titel
„es war einmal“ im Berliner Abgeordnetenhaus
eröffnet wird, einem Ort, der die
große politische Bedeutung des Themas hervorhebt.
Je
nachdem welche Instrumente
man beim Kochen, in Musik, Literatur oder Politik anwendet, lassen sich
verschiedene Früchte gewinnen. Je nachdem welche Farben ein
Künstler auf die
Leinwand bringt, lassen sich die verschiedensten Werke schaffen. Dabei
spielt
der Gedanke des Künstlers eine entscheidende Rolle, ob er in
einer
Vergangenheit bleibt oder diese, über sie hinausgehend, zur
Darstellung bringt.
Johannes
Heisig hat sich
entschlossen, seine und unsere Vergangenheit auf der Leinwand zu
fixieren und
sie zugleich mithilfe eines komplexen Systems der Malkonzeption und der
Thematisierung ohne Form und ohne Asche zu verbrennen.
28-jährige Mauerteilung,
Trennung, Schmerz und sich selbst... Graue Tönung
begleitet gut in die Werke.
Gewollte Unschärfe der Abbildungen spiegelt die Ungewissheit
der Menschen.
Realistische Darstellungen der Objekte beschreiben eine bunte
Lebensart. Das
logisch gebaute System der Werke bleibt somit letztlich doch in der
Realität
verankert. Ohne die eigene Erfahrung der Trennung und den Mut, sich der
Trennung und der Mauer auch in den eigenen Gedanken zu stellen,
hätten diese
Werke nicht entstehen können.
Nach
der Ausstellung im
Berliner Abgeordnetenhaus werden die Bilder die Reise nach Korea
antreten,
einem Land, in dem die Trennung immer noch real ist. Es ist meine
tiefste
Hoffnung, dass die Koreaner in und durch die Bilder Heisigs auch ihre
eigenen
Schmerzen, die durch die Trennung entstanden und immer noch entstehen,
besser
wahrnehmen können, um eines Tages ebenfalls davon befreit zu
werden.
18
Bilder aus Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft führen uns am 13. August 2008 im
Berliner
Abgeordnetenhaus zu einer Neuwelt zwar zu ewigem Leben.
Würden
Sie mitreisen?
son, mihyun
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