Samstag, 19. Februar 2011
11- 18 uhr
in der galerie son
In der Galerie
Son besteht am Samstag, 19. Februar 2011 von 11
- 18 Uhrdie
in Berlin seltene Möglichkeit, Werke eines der
bedeutendsten amerikanischen Künstler des 20. Jahrhunderts,
Sam Francis, im
Rahmen der Veranstaltung Dialog
zu sehen, bevor diese Werke aus
Privatsammlungen zu einer großen Schau in Seoul weiterreisen.
Die
Galerie Son, die vor kurzem neue Räumlichkeiten in der
Mauerstr. 80 bezogen hat, öffnet regelmäßig
ihre Türen für einen Dialog der
besonderen Art: einen visuellen, in dem Kunstwerke einander
gegenübergestellt
werden. So kann die „Sprache“ des einen
Künstlers, sei es auf der Leinwand oder
in Form einer Skulptur, in Parallelen und Differenzen zu einem anderen
Werk
ihre Wirkung verstärkt entfalten. Der Galeriebesucher soll zu
einer eingehenden
Betrachtung und Befragung herausgefordert werden. Oft sucht ein
Künstler der
Galerie einen bekannten Künstler aus, dessen Werk ihn
besonders berührt, und
kommentiert seine Wahl. Der jetzige Dialog dagegen ist von der
Galeristin Mihyun
Son bestimmt:die
Wahl fiel auf Sam
Francis (1923-1994)
und Tschoon Su Kim (Jahrgang
1957).
Sam
Francis, der 1993 in Deutschland durch eine große
Werkschau in der Bonner Kunst- und Ausstellungshalle
besondere Ehrung erfuhr,
vereint
in seinem Werk die Kunst dreier Kontinente: seiner Heimat Amerika sowie
Europas
und Asiens, wo er lange Jahre verbrachte. Seine Bilder verbinden
Elemente des
abstrakten Expressionismus eines Jackson Pollock, Mark Rothko, Arshile
Gorky
und Clyfford Still mit der französischen Art Informel
und dem
Meditativen, Leeren und Kalligraphischen der japanischen Zen-Malerei.
Reminiszenzen werden wach an die bunte Unbeschwertheit der
Seerosenbilder von
Monet und die Heiterkeit eines Bonnard. Korpuskel,
Körperfluide, organisches,
ewig schwingendes und unstetes Leben werden in seinen oft
großformatigen und
titellosen Bildern evoziert. Die Sam-Francis-Stiftung bereitet gerade
einen Catalogue
Raisonné seines Werkes vor.
Der
bekannte koreanische Künstler Tschoon Su Kim erweckt in
seiner abstrakten Sprache verwandte Assoziationen: flirrende Natur in
Form von
Blättern und Wellen, die seine Leinwandoberflächen in
feinem Rhythmus als
durchsichtige Schicht überziehen. Er malt
ausschließlich in der Farbe Blau,
einer Farbe, die auch Sam Francis besonders faszinierte. Im Werk beider
Künstler spielen Licht und Helligkeit in ihrer Beziehung zur
Farbe sowie die
leere Fläche im Bild eine besondere Rolle.
Um
es mit zwei Aphorismen von Sam Francis zum Ausdruck zu
bringen: Am kommenden Samstag kam man sehen, ob der Ausgangspunkt
beider
Künstler „keine Dimension hat, nicht in der Zeit,
nicht in der Farbe, Raum oder
Tod, sondern eine vereinigte gleichmäßige Welle der
Intensität ist.“ Und ob
„Dunkelheit eine Grundeigenschaft von Blau ist.“